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Allgemeine Informationen

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SO BEANTRAGEN SIE PFLEGELEISTUNGEN RICHTIG

Eine gute Vorbereitung ist wichtig, denn jeder dritte Antrag wird abgelehnt!

Immer mehr Menschen in Deutschland beantragen Leistungen der Pflegeversicherung. Wem dabei wieviel zusteht, beurteilt ein Gutachter. Auf seinen Besuch sollte man sich gut einstellen. Denn selbst kleinste Details können wichtig sein.

Der Antrag:  Um Leistungen aus der Pflegeversicherung zu erhalten, muss ein entsprechender Antrag bei der zuständigen Krankenkasse mit der Bitte um Begutachtung gestellt warden. Ein formloses Schreiben genügtWichtig ist jedoch, dass das Datum angegeben wird. Der Leistungsbeginn erfolgt nämlich rückwirkend ab dem Tag der Antragstellung! Danach sollten Sie von Ihrer Kasse ein Antragsformular zugeschickt bekommen, das ausgefüllt zurückgesendet werden muss. Für Pflegebedürftige mit einem gesetzlichen Betreuer oder Bevollmächtigen gilt: Kopie des Betreuerausweises beziehungsweise der Vollmacht mitsenden.

Die Begutachtung: Die Pflegekasse beauftragt den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit der Begutachtung. Diese geschieht durch einen Hausbesuch des MDK, bei dem die Einstufung der pflegebedürftigen Person vorgenommen wird. Prüfer des MDK sind meistens Pflegefachkräfte oder ÄrzteIn der Regel dauert es um die vier Wochen, bis der Termin feststeht.

Die Vorbereitung auf die Begutachtung: Auf die Begutachtung sollte man sich genau vorbereiten. Hausbesuch bedeutet: im gewohnten  Umfeld des Antragstellers, also beim Pflegebedürftigen zu Hause oder im Pflegeheim. Denn entscheidend für den Hilfebedarf und eine entsprechende Pflegestufe sind vor allem der Ablauf des Alltags und die Frage, wieviel Hilfe dabei nötig ist. Die Bereiche dieser Hilfeleistungen sind klar definiert: Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftliche Versorgung. Für den Pflegeantrag daher entscheidend: regelmäßiger und täglicher Hilfebedarf bei diesen Verrichtungen. Wichtig: Bei der Begutachtung durch den MDK sollte ein Angehöriger anwesend sein, der bisher die Pflege übernahm. Wurde diese durch eine Fachkraft eines Pflegedienstes durchgeführt, so ist ihre Anwesenheit bei der Begutachtung sehr wichtig. Um sich ein umfassendes Bild machen zu können, wird der MDK-Gutachter das Gespräch mit diesen Personen suchen. Denn oftmals möchte die pflegebedürftige Person nicht über alle Dinge sprechen, die sie nicht mehr kann. Details wie etwa Inkontinenz erfahren die Gutachter daher häufig von Angehörigen oder dem Pflegepersonal.

Unbedingt vermeiden:  Ist der Gutachter zu Besuch, strengen sich Pflegebedürftige mitunter besonders an, um ihre Alltagskompetenz unter Beweis zu stellen. Doch dadurch kann der echte Hilfebedarf überspielt werden!

Die beste Vorbereitung: Pflegetagebuch führen. Darin wird festgehalten, wie viel Zeit die entsprechenden Pflegetätigkeiten wie An- und Ausziehen, Körperpflege oder Essenszubereitung in Anspruch nehmen. Möglichst genau die einzelnen Handlungen aufführen, am besten über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen. Außerdem für den Gutachter- Besuch bereithalten: Medikamentenübersicht, entsprechende Arzt- oder Krankenhausbriefe. Sollten Sie mit dem anschließenden Bescheid der Krankenkasse nicht einverstanden sein, unbedingt innerhalb von vier Wochen einen begründeten Wiederspruch einlegen!

Tipp: Lassen Sie sich vor Antragstellung von einem Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe beraten.

Quelle: Berliner Kurier, “Der Ratgeber für Markt und Wirtschaft”